IAA und Social Media vor Ort

Ford IAA 2013

Alle zwei Jahre ist die Internationale Automobilausstellung (IAA) zu Gast in Frankfurt. Aktuell auch im September 2013, eine wichtige Ausstellung für die Branche.

Ein Rundgang über die Messe zeigt das gewohnte Bild. Jeder Hersteller hat einen eigenen Stand mit PKWs, die ausgestellt werden. Die Ausstellungsfläche variiert, manche haben Leinwände mit Werbefilmen laufen. An den Pressetagen wird mit Show und Musik gerne mal ein Tuch von einer Neuvorstellung gezogen.

Natürlich entfalten alle Hersteller und Aussteller auch einen Blumenstrauß aus Social Media Aktivitäten im Web 2.0. Wer aber über die Messe geht, wird nur bei Ford selbst einen Social Media Counter als Anlaufstelle finden.

Social Media Counter iaa ford

Für fast alle Hersteller gilt, Neuvorstellungen und Highlights werden selbstverständlich gefilmt, über Facebook via Livestream verteilt um später in Youtube zu landen. Natürlich sind auch Kommentare, News und Informationen via Twitter, Blog, Facebook und Newsroom verteilt.

 

 

Manchmal finden sich sogar ungewöhnliche Aktionen, wie ein Vorstand der sich mit 15 Twitter-Followern trifft. Opel war hier sehr aktiv.

Wer also ganz gezielt im Web 2.0 nach Social Media Aktivitäten zu Autoherstellern und IAA sucht wird fündig.

Festzuhalten bleibt aber:

Wer direkt nach einer Verknüpfung, IAA und Social Media vor Ort sucht, der wird einen Unfall mit Totalschaden erleben. Kein Hersteller spricht die Käufer- und Zielgruppen aktiv auf der IAA an und bringt eine Transfer-Leistung von der Ausstellung in den Social Media Raum (Ford ausgenommen).

Warum soll ein Unternehmen auf einer Ausstellung überhaupt auf seine Social Media Aktivitäten hinweisen? Mit einer Anlaufstelle, eigenen Aktionen und damit einen Transfer erzeugen.

Twitter Screen

Muss ja nicht sein, alle zwei Welten streng getrennt, kein Problem. Wer sucht, der wird schon finden. Die einen halt auf der Messe, die anderen im Netz auf den Kanälen.

Das dabei eine identische Gruppe besteht, wird nicht berücksichtigt. Es wird die Möglichkeit verschenkt, echte Fans und damit potentielle Kunden vor Ort zu pflegen und zu gewinnen. Die Besucher sind ja bereits da und müssten nur eingesammelt werden.

Dieses Versäumnis berührt somit die Metapunkte –  Markenreputation und Vertrieb. Im Detail sind damit die Bereiche Online-Marketing, Social Commerce, Kundenpflege, Kundengewinnung, Service und HR betroffen.

 

Was macht Ford anders als die Anderen?

Zuerst einmal ist das Unternehmen mit einem Social Media Desk vor Ort!

Social Media Counter 2

Ford aktiviert und involviert die Besucher der Ausstellung auf eine persönliche Art und steuert die Sache von dem Desk aus. Natürlich stehen die Autos im Mittelpunkt, vor Ort gibt es aber Aktivitäten, die dann mit Social Media vernetzt sind z.B. mit dem IAA Twitteraccount @EntdeckeFord

Die Hauptaktion ist sicher das Gewinnspiel bei dem UEFA Champions League Karten zu gewinnen sind. Ein eigenes Foto zusammen mit dem Pokal hochladen, dass reicht für die Teilnahme. Für alle die nicht auf die IAA kommen gibt es auch eine alternative Teilnahme.

Pokal

Oder werde zum Star eines Ford IAA Videos, Stichwort VineApp:

Ford hat mich übrigens auch gebeten zum Social Media Counter zu kommen und zu melden, direkt nachdem ich ein Foto des Counters gezwitschert hatte. Sofortige Interaktion und Kommunikation mit einem Meinungsbildner. Für meine individuelle Aktion gibt es eine Nacken-Massage und einen Espresso verbunden mit dem Hinweis auf das Champions League Gewinnspiel. So macht Social Media und der Counter Sinn!

Massage

Den Espresso habe ich dann in der WLAN-Lounge genossen und mich über die Ford Modelle auf einem iPad informieren. In der Zwischenzeit hat mein Smartphone aufgeladen und beim Abholen erkunde ich den EcoBoost Motor bei einem EcoEnergydrink. Wer will kann auch die besonderen Fotos hochladen, nachdem der Turbolader die Frisur geföhnt hat!

ipadlounge

Ford hat also eine bestehende Ausstellung dazu genutzt, Besucher die freiwillig und mit Begeisterung da sind, enger an sich zu binden. Sehr direkt, oft sehr persönlich und mit vielen kleinen Aktivitäten und Aktionen. Mit einem Social Media Counter, der größer ist als der normale Infocounter des Herstellers und ohne Konzernbeamte in grauen Anzügen. #Neuland Ecoboost

 

 

 

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Allianz + Facebook + Aktion + Vertrieb = 1 IST MIR WICHTIG

Aktion Allianz

Die Allianz Deutschland ist aktuell mit dieser Aktion auf Facebook aktiv. Ziel der Aktion ist Aufmerksamkeit für die Marke und neue Fans für die eigene Facebookseite zu bekommen. Aber auch Vermittler und Makler, also der Vertrieb, können von der kreativen Aktion profitieren.

 

 

Diese ist schnell erklärt. Nutzer von Facebook sind aufgerufen, ein Foto mit Dingen auf die Aktionsseite hochzuladen. Von der Zahnbürste bis zum Fußball kann alles dabei sein. Gerne auch mehrere Sachen auf einem Foto. Die ersten 1.111 Teilnehmer erhalten einen Kunstdruck des eigenen Fotos. Die besten Kunstwerke werden im Anschluss von einer Jury ausgewählt und in einer Berliner Ausstellung gezeigt.

Aktion Allianz 2

Ein wenig erinnert die Sache an die Teddystory der R+V auf Google+. Dies ist durchaus positiv gemeint. Insgesamt ist diese Aktion ebenso durchdacht, funktional in der Bedienung und optisch ansprechend. Auch hier wird der kreative und technische Spieltrieb angesprochen. Aktives Engagement der Nutzer von Facebook in Reinkultur eben, passend zu dem Netzwerk. Die Allianz Deutschland bekommt Markenreputation und Likes, der Vertrieb bekommt einen guten Aufhänger für wenig Geld.

Ausschließlichkeit und Makler haben nun die Chance mit Bestandskunden direkt in Kontakt zu treten, dafür existiert ein kreativer Anlass. Eine gute Voraussetzung ist eine bereits vorhandene Vernetzung mit dem Kunden, mindesten über ein Soziales Netzwerk oder einen bestehenden Email-Verteiler. Der Vermittler kann die Aktion posten und zusätzlich den Kunden direkt anschreiben, mit Hinweis auf die Aktion. Das direkte Anschreiben kostet zwar Zeit, hat aber den Vorteil, dass die Information wahrgenommen wird. Bei einem Post ist dies nicht immer der Fall, Stichwort EdgeRank oder voller Newsfeed.

Allianz Facebook

Mit relativ wenig Aufwand und einem minimalen Budget sind gleich mehrere Pluspunkte gesammelt:

  • Vermittler hat einen Bestandskunden kontaktiert
  • Vermittler kommuniziert auf Augenhöhe, unabhängig vom Alter der Beteiligten
  • Vermittler profitiert von einer professionellen Aktion die fremdfinanziert ist
  • Vermittler hat sich positiv in Erinnerung gerufen
  • Vermittler hat in Zukunft einen deutlich leichteren Zugang zum Kunden in Sozialen Netzwerken

Leider wird der Teilnehmer im Vorfeld nicht darauf hingewiesen, dass eine bestimmte Mindest-Auflösung der Fotos gefordert wird. Was beim Hochladen zu einer Meldung führt und den Künstler erneut fordert. Es macht Sinn, vorab im Menü der Digicam nach der Auflösung zu schauen.

Who cares, sagen die Amerikaner und wir an der Stelle auch! Für ein Versicherungsunternehmen ist die Aktion in Facebook eine Kultur®Evolution. Die Aktion ist positiv für die Reputation der ganzen Versicherungsbranche und unterstützt den Vertrieb beim Thema Social Media.

Facebook Ads für die Aktion

Facebook Ads für die Aktion

Es überrascht nicht, dass die Allianz auch beim Thema „Aktions-Engagement“ eine erkennbare Linie fährt. Wer sich https://1890.allianz.de anschaut, erkennt die Linie bereits bei den Inhalten. Der Content hat Qualität, ist informativ und spannend, nicht gebrandet oder auf ein Versicherungsprodukt fixiert. Auch hier kann ich als Vermittler oder Versicherungsmakler profitieren, indem ich dort guten Content finde und auch nutze.

Informationen dazu hier: http://bit.ly/ZnDBx6

 

Neu ist auch Allianz hilft, der Social Media Kundenservice:

Der Social Media Kundenservice auf Facebook. Ein eigener Bereich http://bit.ly/Allianz-hilft, mit schnelle Reaktionszeiten ist die Basis. Mut gehört dazu, Kundenservice ist auch Schaden-Service und nicht immer frei von Spannungen. Das Thema Datenschutz spielt auch eine Rolle, gerade Nutzer müssen vor der öffentlichen Preisgabe eigener Daten geschützt werden. Im Ergebnis zeigt die Allianz eine professionelle Social Media Linie und traut sich auch an #Neuland.

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R+V Versicherung ist Social Media Best Practice Beispiel!

Teddy

Das Schwergewicht Google vermarktet aktuell in eigener Sache eine Kampagne der R+V Versicherung als Best Practice Beispiel.

Ein Google Video und eine Fallstudie http://services.google.com/fh/files/misc/rundv_casestudy.pdf sollen Lust machen sich als Unternehmen mehr auf das soziale Netzwerk Google+ einzulassen. Natürlich macht Google damit für sein hauseigenes Google+ Netzwerk Werbung.

 

Dahinter steht aber eine Kampagne des Versicherers, die auch Social Media Insider und Google+ Experte Philip Steuer eine „tolle Überlegung“ und „super Aktion“ findet. Die Aktion mit dem Namen „Teddys suchen ein Zuhause“ bietet kurz vor Heiligabend 2012 einen emotionalen Deal an. Jeder Nutzer der die R+V Versicherung https://plus.google.com/+ruv/posts in seine Kreise aufnimmt, spendet damit als Google+ Follower automatisch einen Teddy. Der Kuschelbär hat am Ohr ein Namensschild, auf dem der Name des Spenders steht. Gleichzeitig werden die Fotos der Teddys mit den Spendernamen am Ohr hochgeladen und via “Tagging” mit dem Spender verbunden. So sieht jeder Follower „seinen“ persönlichen Spenden-Teddy mit eigenem Namen. Klassische Interaktion wie Teilen, +1 und Kommentare sind dann ein sofort messbares Ergebnis dieses individuellen Content.

Die Kuschelbären sind folgend an die Stiftung Bärenherz, Kinderkrankenhäuser und kinderorientierte Institutionen übergeben worden. Hier bestätigt sich erneut, Social Media funktioniert wie der Mensch im Kern funktioniert. Über Emotionen und Gefühle. Hier haben die Follower das Gefühl bekommen etwas Gutes zu tun und die Freude, einen persönlichen Spenderteddy mit Namen auf einem Foto zu sehen. “Tue Gutes und rede darüber“ trifft in dem Fall auf alle Beteiligten zu, sowohl auf das Versicherungsunternehmen, als auch den einzelnen Teilnehmer.

Das Resultat der Aktion:

  • 1650 Follower in den 10 Tagen Aktionszeitraum.
  • Wohltätigkeitsaktion mit zahlreichen Foto-Beiträgen bringen viele positive Kommentare und +1 Bewertungen.
  • Nutzer treten in sehr aktive Dialoge ein.
  • Soziale Imagebildung auf allen Kanälen und Netzen.

Eine Information sollte auch andere Versicherer am Markt hellhörig werden lassen. Nach der Kampagne haben die Wiesbadener Ihre neue Community-Basis gefragt, welche Themenschwerpunkte in Zukunft von Interesse sind. Im Ergebnis wünschen sich die Google+ Community der R+V Beiträge zu Versicherungstipps und Versicherungsinformationen. Weiter auch Einblicke hinter die Kulissen des Unternehmens. Diese Themen findet die Google+ Community am interessantesten, schreibt der Versichere auf seinem Blog. Als zentrale Frage stellt sich natürlich mit welchem Content dies geschehen wird. Wie werden die Follower auch in Zukunft „engaged“ werden. Eines hat die R+V aber geschafft, selbst Google ist ein Follower der Wiesbadener geworden.

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